Firewall-Betrieb im Co-Managed-Modell
Wie ein alternativer Ansatz interne Teams entlastet und Compliance sichert

Die klassische Firewall gilt seit vielen Jahren als Grundpfeiler der IT-Sicherheit. In vielen mittelständischen Unternehmen wird sie bis heute intern betrieben, oft allein von der eigenen IT-Abteilung. Doch die Anforderungen haben sich verändert: Angriffe auf die IT werden komplexer, regulatorische Vorgaben steigen, und IT-Sicherheit ist längst kein reines Fachthema mehr, sondern ein Thema für die Geschäftsführung.
Eine einzelne Firewall als technische Lösung reicht heute nicht mehr aus.
Sicherheit ist Teamarbeit
Moderne IT-Sicherheit ist kein statisches Konstrukt mehr. Neue Bedrohungen entstehen täglich, Schwachstellen müssen schnell bewertet werden und Sicherheitsmaßnahmen müssen laufend angepasst werden. Für interne IT-Teams bedeutet das eine enorme zusätzliche Belastung. Neben Projekten, Support und Betrieb bleibt oft kaum Zeit, um eine Firewall auf dem erforderlichen Sicherheitsniveau zu betreiben. In der Praxis zeigt sich das oft dann, wenn eine interne IT-Abteilung zwar eine Firewall betreibt, aber aufgrund von Zeitmangel Updates, Regelwerksanpassungen oder Log-Analysen nur verzögert umsetzt und dadurch Sicherheitslücken länger bestehen bleiben als nötig. Gleichzeitig ist der vollständige Outsourcing-Ansatz für viele Unternehmen keine Option, da Know-how und Kontrolle bewusst im eigenen Haus bleiben sollen.
Genau hier setzt die Betriebsunterstützung in Form eines Co-Managed-Ansatzes für Firewall-Betrieb an.
Geteilte Verantwortung, gebündelte Stärke
Bei echter Betriebsunterstützung arbeiten die interne IT und ein IT-Dienstleister – beispielsweise SHD – eng zusammen. Die Verantwortung für den sicheren Betrieb wird sinnvoll aufgeteilt und an die Anforderungen sowie Ressourcen des Unternehmens angepasst.

Im Alltag bedeutet das:
- Der IT-Dienstleister übernimmt das kontinuierliche Monitoring und sicherheitsrelevante Bewertungen
- Die interne IT behält die Kontrolle über strategische Entscheidungen, Richtlinien und interne Prozesse
- Anpassungen erfolgen abgestimmt und nachvollziehbar
- Sicherheitsvorfälle werden gemeinsam bewertet und priorisiert
- Know-how wird aktiv geteilt und aufgebaut
Wie sich diese Zusammenarbeit konkret auswirkt, zeigt sich häufig daran, dass beispielsweise neue Anwendungen oder Standorte gemeinsam bewertet werden und die notwendigen Firewall-Anpassungen geplant erfolgen, anstatt unter Zeitdruck kurzfristig Freigaben zu erteilen.
So entsteht kein Ersatz der internen IT, sondern eine gezielte Ergänzung.
Mehr IT-Sicherheit ohne Kontrollverlust
Ein häufiger Vorbehalt gegenüber Managed Services ist der Verlust an Kontrolle. Betriebsunterstützung ist aber gerade darauf ausgelegt, genau das zu vermeiden: Für Unternehmen bleibt die volle Transparenz über alle Änderungen und Ereignisse erhalten. Sie haben weiterhin Einfluss auf Regelwerke und Sicherheitsstrategien und behalten jederzeit Zugriff auf alle relevanten Daten, Logs und Reports. Gleichzeitig profitieren sie von spezialisiertem Security-Know-how, etablierten Prozessen und Best Practices sowie einer deutlich schnelleren Reaktionsfähigkeit bei Sicherheitsvorfällen. Das Ergebnis ist ein höheres Sicherheitsniveau bei gleichbleibender Steuerungsfähigkeit.
Ein wichtiger Baustein für Compliance
Regulatorische Anforderungen wie NIS-2, KRITIS oder ISO 27001 verlangen nicht nur technische Maßnahmen, sondern vor allem nachvollziehbare Prozesse und klare Verantwortlichkeiten.
Hier kann Betriebsunterstützung echten Mehrwert schaffen, indem die Rollen zwischen internem Team und Systemhaus klar verteilt werden, während dokumentierte Prozesse sowie abgestimmte Abläufe für Transparenz sorgen. Darüber hinaus unterstützt sie bei Audits und Nachweispflichten und trägt dazu bei, die Sicherheitsmaßnahmen kontinuierlich weiterzuentwickeln und zu verbessern. Damit wird IT-Sicherheit prüfbar und belastbar in die Unternehmensorganisation integriert.
Wirtschaftlich sinnvoll und nachhaltig
Der Aufbau eines eigenen Security-Teams ist für viele mittelständische Unternehmen weder wirtschaftlich noch organisatorisch sinnvoll. Gleichzeitig steigt der Bedarf an spezialisiertem Wissen kontinuierlich.
Der Co-Managed-Ansatz zur Betriebsunterstützung bietet hier einen pragmatischen Weg:
- gezielter Einsatz externer Expertise statt Vollausbau interner Ressourcen
- planbare Kosten bei gleichzeitig hohem Sicherheitsniveau
- Entlastung der internen IT ohne Know-how-Verlust
- nachhaltiger Kompetenzaufbau durch Zusammenarbeit
So entsteht eine Lösung, die wirtschaftlich und organisatorisch langfristig tragfähig ist.
Gemeinsam statt allein

Eine Firewall ist heute kein einmal eingerichtetes Produkt mehr, sondern ein laufender Prozess. Und dieser Prozess wird schnell zu komplex, um ihn komplett allein abzubilden. Die Kombination aus internem Verständnis der eigenen Systeme und externer Sicherheitsexpertise ist deshalb für viele Unternehmen der sinnvollere Weg.
Gerade im Kontext steigender Anforderungen und wachsender Bedrohungen wird diese Zusammenarbeit zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor.
Wer IT-Sicherheit als gemeinsame Aufgabe versteht, schafft nicht nur mehr Schutz, sondern auch eine solide Grundlage für zukünftige technische, regulatorische und wirtschaftliche Anforderungen.
Autor: Alexander Lippold
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